Sprachliche Zweifelsfälle (Studierendentagung)

24.06.2016: Plenarvortrag, 19 Uhr, HS 14

PD Dr. André Meinunger (Universität Leipzig & ZAS Berlin)

Was das Pfauenrad und der „zu-Infinitiv“ gemeinsam haben

Viele, wenn nicht die meisten Menschen lassen das T weg, wenn sie sagen: (1) "Sie is(t) vorhin gekommen." Bei fast genauso vielen fällt das T bei "brauchen" weg: (2) "Er brauch_ gar nicht zu glauben, dass wir ihm helfen." Oder noch kürzer ohne "zu": (3) "Er brauch_ gar nicht _ glauben, dass wir ihm helfen." Sprachbewusste Menschen halten so einen Satz (also (3)) für einen groben, doppelten Grammatikverstoß. Linguistisch gesehen allerdings ist der Satz "wohlgeformt". SprachwissenschaftlerInnen halten den "schlechten" Satz für systemkonformer als den normgerechten. Es gibt viele ähnliche Zweifelsfälle oder Normverstöße. Im Vortrag soll gezeigt werden, dass das Beherrschen oder die Kenntnis bestimmter Sprachregeln eine ähnliche Funktion erfüllt wie das Pfauenrad. Im Prinzip ist sowohl der riesige Federschmuck als auch der Gebrauch diverser sprachlicher Konstruktionen hinderlich: In bestimmten Situationen setzt man sich einem Risiko aus. Beherrscht man den Umgang mit solchen sogenannten „Handicaps“ allerdings gut, gilt man als attraktiv.

24.06.2016: Posterpräsentationen, 15-21 Uhr

Veranstaltungsort: HS 14 und HS 8 (Campus Augustusplatz)

Programm

Tagungsband

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Call for papers (deadline 01.06.2016)

News

Grammatik für die Schule

Drittes DFG-Netzwerk-Treffen am 17./18.11.2017

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Die ersten Bände der Reihe LinguS (Linguistik und Schule) sind da. Weitere Informationen hier.


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